Aufgestockt

Das Nachrangdarlehen
Wenn Sie ein weiteres Darlehen für Ihre Immobilie benötigen

Eine Baufinanzierung kann aus mehreren Bausteinen bestehen: der Hauptfinanzierung, verschiedenen KfW-Förderungen, Bausparverträgen und Nachrangdarlehen. Wenn wir für unsere Kunden ein für sie passendes Finanzierungskonzept erstellen, können an diesem somit verschiedene Banken beteiligt sein.

Banken lassen im Rahmen der Vergabe eines Kredits eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen. Das dient ihnen zur Sicherheit, sollte der Kreditnehmer sein Darlehen nicht zurückzahlen können.

Die Bank, die das Nachrangdarlehen vergibt, sichert ihre Forderungen ebenfalls über eine Grundschuldeintragung im Grundbuch ab. Diese tritt jedoch an zweiter Stelle hinter der Hauptgrundschuld der erstfinanzierenden Bank.

Die Zinsen für ein solches Nachrangdarlehen sind meist höher als die der erstfinanzierenden Bank. Das liegt daran, dass das Risiko der sich im Nachrang befindlichen Bank wesentlich größer ist. Im Falle einer Zwangsversteigerung bekommt nämlich die im ersten Rang stehende Bank zunächst das Geld aus dem Versteigerungserlös. Danach wird die Bank im nachstehenden Rang bedient.

Nachrangdarlehen können einerseits Finanzierungen über Landesförderbanken sein. Der Vorteil hierbei ist, dass das Risiko auf zwei Banken aufgeteilt wird. Das wiederum bedeutet bessere Gesamtkonditionen für den Kunden.

Zum anderen kann im Rahmen der Finanzierung eines weiteren Objekts die Wertsteigerung eines bereits finanzierten Bestandsobjekts über ein Nachrangdarlehen eingebracht werden. Das verbessert insgesamt die Konditionen.

Unkenntliche Frau in weißem Shirt und Jeansjacke hält Smartphone in ihren Händen und lächelt

Finanzierungen und Versicherungen, die wirklich zu Ihnen passen – individuell auf Sie abgestimmt
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Wir beraten Sie gern.

Hier geht noch was

Ähnliche Leistungen
Sie denken doch nicht, dass das schon alles war? Wir beraten Sie gern zu weiteren Finanzierungs- und Versicherungsthemen. Werfen Sie doch einen Blick auf die Folgenden. Wir dachten, diese könnten Sie interessieren.

Unsere Fachartikel

Wie entwickelt sich der Zins? Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den Hausbau? Was sollte beim Abschluss einer Versicherung beachtet werden? Unser Blog versorgt Sie mit wichtigen Informationen und Neuigkeiten rund um die Themen Baufinanzierung und Versicherung.

Alle Neuigkeiten

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was ist ein Nachrangdarlehen?

Bei einem Nachrangdarlehen handelt es sich um einen Kredit, der im Grundbuch nachrangig, also hinter dem Erstkredit steht. Das bedeutet, dass bei Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers zunächst die im ersten Rang stehende Bank bedient wird und dann die im unteren. Bei Baufinanzierungen lassen Banken häufig als Sicherheit eine Grundschuld ins Grundbuch der zu finanzierenden Immobilie eintragen. Das erlaubt ihr, das Objekt bspw. zwangs zu verkaufen, wenn Kreditnehmer die Schulden nicht mehr tilgen können. So bekommt sie das geliehene Geld wieder zurück. Stehen nun zwei Banken im Grundbuch, werden sie nacheinander mit dem Erlös bedient. Es kann dann natürlich sein, dass Letztere leer ausgeht, weil nichts übrig geblieben ist. Um ein solches Ausfallrisiko auszugleichen, sind Nachrangdarlehen für gewöhnlich hoch verzinst.

Wozu brauche ich ein Nachrangdarlehen?

Ein Nachrangdarlehen oder eine nachrangige Finanzierung kann dabei helfen, finanzielle Engpässe auszugleichen. So kann es bspw. eingesetzt werden, wenn Hausbesitzer an ihrem Eigenheim etwas anbauen oder renovieren möchten, allerdings das Geld aus dem ersten Immobiliendarlehen dafür nicht ausreicht. Außerdem kann ein Nachrangdarlehen das Kapital der ersten Baufinanzierung aufstocken, sollte diese nicht von Beginn an ausreichend kalkuliert bzw. zusätzliche Kosten nicht berücksichtigt worden sein.

In der Baufinanzierung gilt eines: Je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto besser sind die Konditionen. Allerdings hat nicht jeder so viel Geld angespart – wenn überhaupt. Damit der Traum vom Eigenheim trotzdem wahr wird, kann nicht vorhandenes oder geringes Eigenkapital u. a. mit einem Nachrangdarlehen aufgestockt werden. Weitere Möglichkeiten sind ein Eigenkapitalersatzdarlehen oder ein Privatkredit.

Welche Kosten entstehen beim Nachrangdarlehen?

Reicht die ursprüngliche Darlehenssumme nicht aus, um zum Beispiel zusätzliche Baukosten zu decken, hilft ein Nachrangdarlehen, um eben diese zu stemmen. Damit kreditgebende Banken das Ausfallrisiko senken, verlangen sie Sicherheiten vom Kreditnehmer. In der Regel ist diese Sicherheit die zu finanzierende Immobilie selbst. Die Bank erhält ein Grundpfandrecht, das es ihr – bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners – erlaubt, das Objekt zu veräußern und den Erlös zu nutzen, um den Kredit zu begleichen. Zu den Grundpfandrechten gehört die Grundschuld, die ins Grundbuch der jeweiligen Immobilie eingetragen wird. Die Eintragung erfolgt notariell und durch das Grundbuchamt. Grundsätzlich entstehen hierbei Kosten. Auch ein Nachrangdarlehen wird ins Grundbuch eingetragen. Also entstehen auch hierbei Notarkosten. Die nachrangig stehende Bank stellt ihre Forderungen hinter die der erstfinanzierenden Bank. Kommt es zu einer Zwangsversteigerung, weil der Darlehensnehmer die Raten nicht mehr aufbringen kann, geht der Erlös zunächst an die Bank im ersten Rang. Danach ist die Bank im darauffolgenden Rang dran. Wenn dann für Letztere nichts übrig bleibt, hat sie Pech. Sie geht leer aus. Weil ein solches Ausfallrisiko zu hoch ist, erhöht sie die Zinsen deutlich.

Beim Nachrangdarlehen entstehen also Notarkosten für die Grundschuldeintragung ins Grundbuch und höhere Zinskosten.

Ist ein Nachrangdarlehen teurer als ein herkömmliches Darlehen?

Für Kreditgeber, die ein Nachrangdarlehen gewähren, ist das Ausfallrisiko sehr hoch. Dies gleichen sie mit höheren Zinsen als für eine herkömmliche Finanzierung aus.

Kann ein Kreditnehmer die Raten für seine Baufinanzierung nicht mehr tilgen, weil sein Einkommen plötzlich wegfällt, bliebe die kreditgebende Bank auf den Schulden sitzen. Wäre da nicht die zu finanzierende Immobilie an sich als Sicherheit. Diese Sicherheit wird in Form einer Grundschuld in das Grundbuch eingetragen. Ist der Schuldner zahlungsunfähig, kann der Gläubiger eine Zwangsversteigerung erwirken und bekommt durch den Erlös sein Geld zurück. Kommt noch ein weiterer Geldgeber ins Spiel, der dem Kreditnehmer ebenfalls ein Darlehen – also ein Nachrangdarlehen – gibt, möchte auch er das Geld wieder. Da die erstfinanzierende Bank im höheren Rang steht als die mit dem Nachrangdarlehen, wird diese mit dem Erlös als Erstes bedient. Entweder bleibt dabei was übrig, sodass die nachrangig gestellte Bank ebenfalls Zahlungen erhält oder sie bekommt nichts ab. Banken, die Nachrangdarlehen vergeben, kennen dieses Risiko. Daher werden derartige Kredite von vornherein hoch verzinst.